Fotografie, was nun?

Ich würde mich nicht als “der” Superfotograf bezeichnen, auch wenn meine bessere Hälfte meint meine Fotos seien besser als ihre. Wie auch immer, es macht einfach Spass Momente festzuhalten. Es ist so als würde man den Augenblicke einfrieren, um sich noch Jahre später daran zu erfreuen.

Dabei bin ich jetzt an einem Punkt angekommen, wo ich mir denke “Jürgen, es kann ruhig mehr sein, als paar Schnappschüße mit einem Handy zu machen und  im Freundeskreis herum zu zeigen” Eine Ausrüstung muss her. Aber: ich will nix fertiges von der Stange. Ich bin der Meinung, eine Kamera muss einen finden, und nur weil ich eine EOS irgendwas habe, bedeutet nicht das ich euch Fotos um die Ohren haue und ihr vor Rührung weint. Der Mensch macht das Foto, und wenn er nix davon versteht, wird es schwer.

Ich besuchte Amazon, klickte mich durch zich Kameras, fand aber nix das mich auf den ersten Blick so richtig aus den Socken haute. Soll es eine bestimmte Marke werden oder eher eine handliche kleine Kompaktkamera, ich weiss es nicht. Nur eines schwebt mir vor, ausbaufähig muss sein! Darum meine Überlegung erst ein Gehäuse kaufen, um Schritt für Schritt mit Objektiven zu erweitern.

Nun kommt ihr ins Spiel. Ich schreibe dies hier doch nicht auf, um irgendwas im Blog zu posten, nein ich will eure Meinung. ;) Wie seht ihr das? Wie war euer Einstieg?

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Fels in der Brandung, Netz-Buddhist.
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33 Responses to Fotografie, was nun?

  1. Meinen Einstieg in die Fotografie habe ich eigentlich Stück für Stück vollzogen: Von gewöhnlichen Digi-Cams, über die Canon Powershot Serie und dann die Brücke gebaut mit einer Bridgekamera. Habe damals einem guten Freund die Kamera mit 15x optischem Zoom abgekauft und bin auf Streifzug gegangen.

    So eine Kamera hat den Vorteil, dass du für dich erst einmal ohne größere Kosten ausmachen kannst, ob Fotografie für dich ein wirkliches Hobby werden soll, oder nicht.

    Denn ansonsten wird es halt gleich richtig teuer. Man kann allerdings keine Objekte aufrüsten oder weitere Dinge (außer externer Blitz ;-) ).

    Nach ein, zwei Jahren Erfahrung mit der Bridgekamera war ich dann gepackt vom Fotografie Fieber. Mir hat’s sehr, sehr viel Spaß gemacht und langsam kam ich an die Grenzen der Bridge Kamera. Die aber wirklich super Bilder ablieferte. Nicht zu vergleichen mit den Digi Cams.

    Danach entschied ich mich dann dazu mir eine Spiegelreflex Kamera zuzulegen. Habe mich dann für die Canon EOS 600D entschieden. Sie hat vielleicht nicht das beste Bild. Soweit ich weiß ist Nikon da noch einen Schritt voraus, aber wir sprechen da von wirklich minimalen Unterschieden. Aber Nikon ist glaube ich, nach meinem Wissensstand einen Tick besser was das Gebiet Fotos angeht.

    Ich kann dir auch empfehlen einfach mal ins Geschäft zu gehen. Meiner Suche nach der passenden Kamera habe ich auch ca. 3-5 Monate Zeit gelassen. Mir waren persönlich die Nikon Kameras zu schwer in der Hand. Nach 5 Minuten konnte ich die Kamera nicht mehr in der Hand halten. Freunden von mir lag die Kamera allerdings super in der Hand. Das musst du also austesten womit du am besten klar kommst.

    Was für mich die Canon EOS 600D, aber auch die EOS 550D (ohne Schwenk-Display) ausgemacht hat ist auch der Video-Modus, der bei der Kamera sehr gut ist. Manche können es nicht verstehen, dass man bei einer Spiegelreflex-Kamera auch darauf achtet, aber das kommt halt drauf an wofür du die Kamera benutzen willst.

    Ich bin sehr zufrieden mit der Kamera und was du merken wirst: Auf das passende Objektiv kommt es an. Das macht einen riesen Unterschied!

    Bei Objektiven musst du dir überlegen welche Motive du fotografieren willst. Eher Landschaften oder vielleicht Portraits und hauptsächlich Menschen? Willst du in die Makro-Fotografie einsteigen? All diese Fragen musst du dir überlegen und demnach deine Objektive auswählen.

    Mein Tipp: Erst einmal einarbeiten, Bilder machen und herausfinden was dich da interessiert.

    Wenn du an Portrait Fotografie interessiert bist und auch oft in ungünstigen Lichtsituationen knipsen möchtest ohne unnatürliches Blitzlicht fotografieren möchtest, dann investiere Geld in ein Objektiv mit kleiner Blendenzahl. Habe mir ein Festbrennweiten Objektiv mit minimaler Blende von 1,4 gekauft. Das Objektiv ist der Wahnsinn. Du kannst in einer dunklen Wohnung fotografieren und auf dem Bild ist es hell.

    Wie du siehst musst du dich da einlesen, einarbeiten und ausprobieren.

    Habe jetzt einen Roman geschrieben, aber ich hoffe es hilft. War vor einem halben Jahr in ähnlicher Position und hab seitdem einiges dazu gelernt.

    Das Wichtigste zum Schluss: Es macht suuuuuper viel Spaß! ;-)

    • Noch eine Info für dich:

      Die Bridge-Kamera steht hier noch rum und wartet auf einen Abnehmer. :zunge:

      Sofern du Interesse hast kannst du dich gerne bei mir melden! Ist wirklich eine tolle Kamera für den Übergang. Sofern du vielleicht noch etwas an die Spiegelreflex Kameras herantasten möchtest.

      • Jürgen says:

        Danke Andy für den wirklich sehr aufschlussreichen Kommentar. Ich werde es wahrscheinlich auch so angehen wie du mit einer Bridge-Camera. Motive habe ich schon im Kopf, wobei ich oft spontan ein Foto mache. Da ist das iPhone ideal, klein handlich und unauffällig.

        Mit deiner Bridge lasse ich mir noch durch den Kopf gehen, weiss ja wo ich die finde. :top:

  2. Stephan A. says:

    Ich machs kürzer als Andreas ;-)

    vor 15 Jahren habe ich mir eine EOS 500 gekauft, damals noch analog, mit einer stetig wachsenden Anzahl an Ojektiven (14mm Festbrennweite, 28-200, 70-300).
    Diese Objektive hab ich dann auch an meiner nächsten Kamera EOS 500D verwendet, bis ich mit dem Rauchen aufgehört habe: das erste dadurch gesparte Geld floss 2005 in ein Sigma 18-200 – und das habe ich heute noch, inzwischen an einer EOS 550D.

    Mein Rat: es ist besser, mit einer guten Gebrauchte als einer mittelmäßigen Neuen zu starten, das gilt m.E. für den Body wie für das Objektiv.

    Apropos Objektiv: das lästigste an einer SLR ist der Objektivwechsel – als beginne mit einem Allrounder (18-200). Wenn Du Technik und Bildgestaltung beherrschst wirst Du schon merken, ob es noch etwas mehr sein darf….

    • Rafael says:

      Dem kann ich nur zustimmen. Es ist auch erst einmal besser zu versuchen klein anzufangen und dann schrittweise tiefer in die Tasche zu greifen, wenn man merkt, dass es einen reingezogen hat, anstatt gleich das große Geld zu investieren und dann doch zu merken, dass es nichts für einen ist.

      Mit anfangs günstigeren oder schlechteren Objektiven wird man auch kreativer, da man schneller an die Grenzen gelangt und improvisieren muss.

      • Das ist Tinnef! UNter 2000,- läuft bei einer DSLR-AUSrüstung nix! Das ist nicht nur die Kamera:

        1x Body, 1x lichtstarke Festbrennweite (35 mm bzw. 50 mm je nach Cropfaktor) 1x Zoom (das Kitzoom nur = kann man auch mal), Aufsteckblitz, Stativ, Kleinkrams (Filter, Geli, und, und, und).

        Ob der das nun auf einmal, oder auf “Raten” – das Geld mußte iwann rausholen – oooder gleich bei der kompakten bleiben.

        Und das man durch schlechtere Objektive “kreativer” wird, das ist hanebüchener Unsinn! Ein gewisses Minimum muß man einplanen – oder die Sache eben bleiben lassen.

        Mir hat mal einer vor kurz erzählt: “ich war in xxx und hab da mit einer “Dame” für 50,-”, was, kannste dir ja denken. Da war meine Antwort:

        “Für 50,- kann man ein vernünftiges Keyboard kaufen, aber keinen vernünftigen Sex!”

        Ich will dem Jürgen doch nix verkaufen – ich krieg für dessen Ausrüstung keine Provision. Und ich will auch für die Beratung nix haben, und wenn ich ihm 10 Mails schreiben muß. Ich will ihn nur vor Fehlern bewahren, weil er gewisse Sachen nicht WEISS – nicht wissen kann. So.

        • Rafael says:

          Es gibt auch Menschen, die mit einem iPhone sehr gute Fotos machen können. Diese sind teils deutlich besser umgesetzt als Fotos von Menschen, die der Meinung sind, dass sie sich nach einer 5000 € Investition Profi-Fotografen nennen können.

  3. Wenn du “richtig” willst:

    2 DSLR Bodies (1x Haupt, einmal Backup) paar Objektive (keine vom Kit), 2 Austeckblitze, Menge Kleinkram, 5000,- € – für den Anfang…

    Hobbies sind teuer.

    Wenn du weniger ausgeben willst, fragste mich – ich hab Ahnung. Herantasten ist Mumpitz. So. Meine Mail hast du – du MUSST nicht fragen – ich krieg den Tag auch so rum… :zunge:

  4. Pingback: Eine Kamera, ein Objektiv und ein Anfang « Tigions Blog

  5. @Rafael:

    Es gibt auch Menschen, die wissen, wenn sie von einer Sache Ahnung haben, und wann nicht.

    Die wissen z.B. auch, das ein Profifotograf für seine Ausrüstung an die 5000,- eine 0 hinterhängen muß.

    Natürlich kann man mit einem iPhone Fotos machen – bestreitet niemand. In den Grenzen der Technik halt – draufhalten und hoffen. Meist ist das sogar brauchbar.

    Ich weiß aber auch, wohin falsche Beratung führt: da kauft sich einer eine Canon 500D und hängt ein dickes L-Objektiv dran. Blitz hat er aber nicht: “ist ja einer eingebaut…” – DER reicht aber nur 2/3/4 Meter.

    Usw.

    • Rafael says:

      Du hast natürlich Recht. Aber so wie du das formulierst, hört es sich an, als ob eine 50.000 € Ausrüstung die Voraussetzung dafür wäre, damit überhaupt etwas fotografieren kann.

      Nicht jeder ist so ein nerdiger, allwissender, anspruchsvoller Profi wie du. Einige kommen auch mit weniger an die Grenzen ihrer Wünsche und Vorstellungen ohne dafür unnötig Geld zu verpulvern.

      Ich könnte wetten, dass es genug Menschen auf dieser Welt gibt, die mit einer billigen Einwegkamera deutlich bessere Fotos machen, als du mit einer 100.000 € Ausrüstung. Das soll kein persönlicher Angriff, sondern lediglich eine andere Perspektive sein.

      Jedes Blatt hat immer zwei Seiten.

      • Wenn du schon so direkt bist:

        ICH hab keine Ausrüstung für 100000,- (man braucht auch keinen Ferrari, um zu wissen, das dessen Grenzbereich höher ist als der von einem Dacia)

        DU bist das sicher nicht, der diese besseren Fotos macht…

        Das ist auch kein persönlicher Angriff – das erste ist eine Tatsache, das zweite eine Meinung… :zunge:

  6. ponyQ says:

    Ich knipse auch mit einer Brigde: Fuji Film Finepix S8000fd

    1. Ich schleppe sie überall hin mit, weil sie weder sonderlich groß, noch schwer, noch “zu teuer” ( = zu schade für alltägliche Einsätze auch in Regen, Sand und Gedränge…) und auch nicht sehr “zusatzausrüstungsintensiv” (die funktioniert z.B. sogar mit handelsüblichen Batterien/Akkus) ist.
    Heißt: Ich habe viele Gelegenheiten zum Fotografieren – zum Üben, zum Erfahrungen sammeln… Man sagt ja, dass die ersten 10 000 Bilder eh nicht so toll werden :-)

    2. Die Kamera bietet Einstellmöglichkeiten aller Arten – von “nur ISO, Weißabgleich, Lichtmessung, Fokussierung” bis “Blende” über “Zeit” zu komplett manuell. Und damit bin ich bis jetzt (nach 3? Jahren) immer noch vollauf beschäftigt. Klar – der Sensor ist klein, das Zoomobjektiv nicht sonderlich lichtstark (je tele, desto lichtschwach und verwackelungsanfällig, desto schlechter der Autofokus)… aber an den Grenzen der Kamera lern ich ehrlich gesagt mit am meisten.

    Und obwohl ich schon länger um die DSLRs rumschleiche, häng ich doch an meiner Brigde – wegen vielseitiger Verwendbarkeit ohne großen Aufwand. Ich bin halt auch mit Sicherheit der, der nach 3 Wochen DSLR schon die halbe Straße auf dem Sensor hängen hat :zunge: Wahrscheinlich wird auch meine nächste wieder eine Brigde…

    Wichtiger als ne dicke Ausrüstung ist wohl eher dein Gefühl für Zeitpunkte, Perspektiven, Komposition uns so was alles – dazu noch die Möglichkeit, die Kamera halbwegs so einzustellen, dass sie auch so knipst, wie du dir das vorstellst. Dafür braucht´s aber meiner Meinung nach anfänglich nicht unbedingt ne dicke DSLR mit diversen Objektiven. Kommt halt drauf an, wo du hinwillst und wann du da hinwillst.

    Ich freu mich schon auf deine Fotos – häng aber bitte die Handygrafie nicht komplett an den Nagel. Das fänd ich schade. :coffee:

    • Jürgen says:

      Aaaaha. Ein Arbeitskollege hat sich auch eine Fujifilm schon vor Jahren gekauft, und kann nur gutes darüber berichten. Sah mich schon bei Amazon um, preislich OK. :top:

      Die Handygrafie bleibt auf jeden Fall, auch wenn zur Zeit nicht viel los ist. Liegt sicher auch am Wetter.

  7. ponyQ says:

    Kennst du das schon? http://www.flickr.com/cameras/
    Da kannst du stöbern, was diverse Kameras so an Bildmaterial ausspucken.

  8. rappel says:

    Ich unterschreibe das, was tigion zum Thema sagt. So habe ich es auch gehalten und bis heute nicht bereut …

  9. Einen wunderschönen guten Abend zusammen!

    Wie bereits an anderer Stelle angekündigt, möchte ich nun einmal beschreiben wie und warum ich zur Fotografie gekommen bin. Unter Anderem möchte ich die Fragen beantworten, mit welchem Equipment ich begonnen habe, welche Motive ich gerne fotografiere und was genau mich an der Fotografie reizt. Mögliche Rechtschreibfehler und miserable Kommasetzung seien mir bitte verziehen, war ein langer Tag.

    1.) Mit welchem Equipment habe ich begonnen und warum?
    Diese Frage ist eigentlich ganz einfach zu beantworten. Im Jahr 2006 hab ich die Lust am Fotografieren für mich gefunden und stand somit vor der Qual der Wahl, die für mich passende Kamera und das für mich passende Objektiv zu finden. Wie sich relativ früh herausstellte, ist dies einfacher gesagt als dann auch getan. Also wie du, HappyBuddha, habe ich erst einmal durch studieren diversen Foren und Blogs versucht, einen Überblick zu gewinnen und wie immer, wenn es um Hardware geht, zunächst nur auf mögliche Spezifikationen und Features geachtet und verglichen was das Zeug hält. Aber was habe ich da eigentlich verglichen? Hatte ich doch noch überhaupt keine Ahnung worauf wirklich Wert gelegt werden sollte. Hatte ich doch überhaupt keine Ahnung, dass Megapixel und möglichst viel Zoombereich total irrelevant sind – zumindest zu Beginn. Also war genau das realistisch betrachtet absolut nicht zielführend und eher kontraproduktiv.

    Ergo habe ich zunächst versucht, das “Verlangen” nach dem “bestem” Modell für ein gutes Preis- / Leistungsverhältnis zu beschaffen, zu bremsen und auf den meiner Meinung besten Rat: “Gehe in den Laden und prüfe welche Kamera am besten in der Hand liegt”, zu hören. “Die Unterschiede der einzelnen Kamerahersteller im Einsteigerbereich wirst du nicht merken, lerne erst einmal die Grundlagen der Fotografie, finde dein Interessengebiet, finde und schule dein Auge für ein interessantes Bild und investiere dann dein Geld. Du wirst es noch brauchen”. Also habe ich diesen Rat befolgt, bin ich den Fachhandel gegangen und nahm die Nikon D40 und Canon EOS 350D in die Hand. (die weiteren Hersteller habe ich bewusst aussen vor gelassen, ich wollte dann doch irgendwie bei den selbsternannten Marktführern bleiben).

    Da mit die Canon leider viel zu klapprig schien und mir die D40 doch ganz gut in der Hand lag und auch wertiger schien, entschied ich mich kurzerhand für die Nikon D40 mit einem Standardobjektiv. Standardobjektiv, weil ich ja gelernt habe, dass ich mein Geld später noch brauchen würde und das Paket für den Einstieg relativ günstig war.

    Dass ich nun an dieser Stelle einmal den von mir beschriebenen Tipp weitergeben kann, freut mich ungemein.

    2,) Warum bin ich überhaupt zur Fotografie gekommen?
    Diese Frage ist eigentlich relativ schnell und einfach zu beantworten. Zur Fotografie bin ich gekommen, weil ich ein sehr visueller Mensch bin und mir ein Bild schon immer mehr zugesagt hat als tausend Worte. Mir gefällt es, wenn ich mir ein Foto ansehen kann und ich für, und nur für mich. eine Interpretation erarbeiten bzw. entwickeln kann.

    Als ich dann von dem guten Freund eine Kamera ausgeliehen bekam und wir gemeinsam den ganzen Tag unterwegs waren und ich alles, was mir vor die Linse kam knipste, stand der Entschluss fest. Ich wollte kreativ(er) sein und schöne Erlebnisse für lange festhalten.

    3.) Welche Motive fotografiere ich gerne bzw. worauf lege ich meinen Fokus?
    Wenn ich jetzt einmal darüber in Ruhe nachdenke, fällt mir auf, dass meine Gewohnheiten bzw. mein Fokus sich in der letzten Zeit doch sehr gewandelt haben. Versucht habe ich schon viel und wie wohl die meisten, habe ich zu Beginn einfach mal alles fotografiert was vor die Linse kam und war auch oft ob der schlechten Ergebnisse enttäuscht.

    Landschaften und Architektur fand und finde ich immer spannend, Menschen in Alltagssituationen ebenfalls. Doch zwischen schön finden und dann auch selbst umsetzen liegen leider Welten und ich bin wahrlich nicht der beste Fotograf – eher das Gegenteil – und gleichzeitig nicht der Freund, sämtliche Bilder stundenlang in Photoshop zu bearbeiten. Aus diesem Grund fehlt mir auch gerade die Motivation für Porträts – verhältnismässig viel Aufwand für ein “perfektes” Bild.

    (Wobei an dieser Stelle einmal angemerkt sein soll, dass perfekt für mich eine andere Bedeutung hat. Perfekt ist für mich nicht “technisch” perfekt, das Bild soll eher “stimmungstechnisch” ansprechend und somit “perfekt” sein. Das Bild sollte eine Aussage haben oder einen Spielraum für Interpretation bieten, im idealen Fall eine Geschichte erzählen”. Ausserdem sei angemerkt, dass ich nicht der Photoshop-Spezialist bin).

    Auch aus diesem Grund finde ich es aktuell klasse in die Stadt zu gehen und Menschen zu fotografieren, Menschen in Alltagssituationen, Menschen aus dem realen Leben und nicht von mir gestellte Situationen. Nachteilig ist hier natürlich, dass ich zunächst nur wenige Bilder veröffentlich möchte / kann, zum einen weil ich sicherlich noch sehr am Anfang stehe und die Bilder somit oftmals komplett unbrauchbar sind und zum anderen, weil ich schlichtweg keine Genehmigung zum Veröffentlichen der Bilder habe. Einige Ausnahmen habe ich bereits gemacht, einfach auch um etwas Feedback zu erhalten. (Beispiele z.B. bei Flickr oder 500px). Des Weiteren versuche ich mich, interessante Gegenstände oder Orte interessant ins für mich passende Bild zu setzen.

    4.) Welches Equipment nutze ich aktuell und warum weniger ab und an mehr ist?
    Nachdem ich das Wechselspiel zwischen Blende und Belichtungszeit relativ schnell verinnerlicht habe, habe ich gemerkt, dass die Nikon D40 doch ein sehr grosses Manko hat. Das fehlende zweite Einstellrad und die doch sehr komplexe Menuführung, gerade im Hinblick auf Änderung der Blende. (Bei der Canon 350 wäre es vergleichbar gewesen). Also musste ein “grösseres” Modell her und ich wechselte zur Nikon D90, die mir bis heute sehr gute Dienste leistet und auch noch weiterhin leisten wird. Auch habe ich durch die wachsende Erfahrung gemerkt, dass mir das Standardobjektiv einfach zu lichtschwach ist und mir zu wenig Spielraum im Hinblick auf Freistellung von Objekten bietet. Also bin ich hier auf manuellen Zoom gewechselt – mache nennen es auch “Fusszoom”, dann entsprechend mit hoher Lichtstärke. Ich legte mir ein Sigma 30 1.4 zu und fand sehr schnell viel Spass daran. Endlich einmal bei schwachem Licht fotografieren – ohne den “Pseudo-Blitz”, den die Kamera mitbringt. Endlich einmal Objekte freistellen und ein neues Element für Bildgestaltung gewinnen. Nach und nach entwickelte ich mich weiter und so kamen noch diverse Festbrennweiten hinzu. Aktuell stehen hier zum Beispiel ein 50mm 1.4, ein 85mm 1.8 und seit letzter Woche ein 35 2.0 zur Verfügung. Eben für verschiedene Situation die richtige Brennweite.

    (Von dem Sigma habe ich mich mittlerweile getrennt weil ich dann doch in Richtung Vollformat schiele um ein noch “besseres” Rauschverhalten und noch mehr Potential für Freistellung zu erhalten. Dieses Jahr wir also ein weiterer Body Einzug erhalten, die sehnlichst erwartete Nikon D800.)
    (Bedingt durch den schon erwähnten Freund und die Begeisterung für das Canon 70-200, ist neben dem Nikon-Equipment vor rund einem Jahr auch eine Canon 40 beschafft worden, eben inkl. des Canon 70-200 und einer sagenhaften Abbildungsleistung. Leider hat sich herausgestellt ,dass die Brennweite > 85mm am Crop von mir eigentlich viel zu selten verwendet wird und so habe ich mich kurzerhand davon wieder getrennt. Ein Wertverlust ist bei “hochklassigen” Objektiven zum Glück zu vernachlässigen Für gelegentliche Einsätze unter “schwierigen” Bedingungen kommt nun die 40D inkl. 50 1.8 mit. Dennoch ist Stand heute das “Experiment” Canon für mich beendet. Es ist einfach zu viel Geld in den Nikon-Bereich gewandert und es wäre schade darum. Ausserdem kenne ich meine D90 mittlerweile in und auswendig)

    Für die Verwaltung und Entwicklung der Bilder wird Lightroom in Verbindung mit NIK Complete Collection auf einem MacPro verwendet, mobil wird ein Macbook eingesetzt. Dieses fühlt sich mit Lightroom im Gegensatz zu Aperture richtig geschmeidig. Als weiteres Zubehör sollen natürlich diverse Fototaschen von Crumpler (für einen Body und zwei Objektive) und für grössere Touren der Lowpro nicht verschwiegen werden. Den kleinen externen Blitz von Nikon und das doch sehr flexible Sigma 17-50 2.8 sind vorhanden, werden aber eigentlich nur für gelegentliche Familienfeste verwendet. Denn die D90 kann auch sehr gut als “Schnappschußkamera” dienen. Noch handlicher werden die Canon 40D und die Nikon D90 durch die jeweiligen Batteriegriffe, beim Einstieg sind diese meiner Meinung nach aber zu vernachlässigen, wenn denn die Kamera ohne auch gut in der Hand liegt.

    5.) Was sind meine nächsten Ziele und worauf möchte ich meinen Fokus legen?
    Aktuell versuche ich mich in die Street-Fotografie zu fokussieren und noch mehr in Richtung “Minimalismus” zu gehen. Weg von der Technik und hin zum bewussten Bildaufbau / Bildgestaltung. Hin zum “geplanten” und “im Geiste vorbereiteten” Foto. Also nehme ich aktuell immer nur ein Objektiv (50 1.4 oder 35 2.0) mit und lasse den doch sehr schweren Fotorucksack zu Hause. Ebenso ist der Batteriegriff abmontiert um doch etwas dezenter durch die Strassen der Stadt gehen zu können und beim Fotografieren wildfremder Menschen weniger aufzufallen. Hier sind aktuell nämlcih noch sehr grosse Hemmungen vorhanden. Schließlich dringe in die Privatsphäre fremder Menschen ein.

    Des Weiteren möchte ich versuchen, noch mehr Erfahrungen zu sammeln, ein tieferes Verständnis für Lichtsituatoinen zu gewinnen bzw. “automatisch” Situationen einzuschätzen und entsprechend “automatisch” die Kamera zu bedienen um spontane Situationen doch noch ins Bild zu bekommen. Natürlich möchte ich – wie wohl jeder andere Fotograf – noch mehr rausgehen und noch mehr fotografieren. Denn wie bei allem Leben gilt das Motto “Übung macht den Meister”.

    Und nun kommst du, lieber HappyBuddha.

    • Jürgen says:

      Wou. Vielen Dank für den wirklich informativen Kommentar.

      Zur Kamera die ich im Auge habe, will ich noch nix sagen. Nur soviel, im Rennen ist Canon oder Nikon. Ich habe mich schon recht gut ausgetobt mit meinem iPhone, und wenn ich die Fotos betrachte kommen immer wieder ähnliche Motive vor: Gebäude, Natur, Minimalismus. Verspricht ein aufregendes Jahr zu werden. :nerd:

  10. …. und jetzt lese ich einmal die weiteren Kommentare. Habe ich bisher bewusst nicht gemacht um mich nicht selbst unbewusst in eine Richtung drängen zu lassen. :)

  11. Dennis says:

    Mein Senf:

    Ich habe mir vor einem Jahr eine Canon 5d MKII mit 24-70 und 50mm Festbrennweite (Zeiss) zugelegt. Stativ, ein bissl Licht, Audiorekorder und Mikro. Ja, zu Videozwecken. Seit ich die Kamera habe fotografiere ich aber auch mehr. Macht Spass. Das Ganze war nicht billig. Das Equipment ist schwer. Deswegen nehme ich es zum fotografieren nicht so oft mit, wie ich es gerne täte. ABER, die Ergebnisse bezüglich Bildqualität sind super. Zum immermitnehmen ist es nix. Hilft dir nicht weiter denke ich, aber ich wollte das hier kommentieren. ;)

    Grüße
    Dennis

  12. Jan says:

    Ich nutze seit fast 4 Jahren eine Nikon D200 und bin nahezu wunschlos glücklich.
    An Objektiven nutze ich fast nur noch das 85mm Nikkor 1,8 und gaaanz selten ein 10-20 Sigma EX Objektiv (selten deshalb, weil die Qualität nicht wirklich berauschend ist) oder noch seltener das 50 mm 1,4 Nikkor. Das deckt im moment die Bereiche ab, für die ich mich interessiere.
    Wobei ich mich mit dem Gedanken trage, vielleicht wieder dauerhaft ein Studio zu mieten und dann noch ein Studiotaugliches Portraitobjektiv anschaffen würde.

    Insgesamt bin ich ein großer Fan von Festbrennweiten + Turnschuhzoom :-) Das hat irgendwie was minimalistisches und ist vor allem noch erschwinglich.

    Ich kann nur davor warnen, sich in der Fotografie zu sehr dem Perfektionsstreben unterzuordnen. das wird sauteuer und auf Dauer unbefriedigend.

    Gruß Jan

  13. artexpert says:

    Hi Jürgen,

    die Marktpreise sind sehr transparent. Mehr Investition bring meist auch mehr Qualität. Überlege dir dein oberstes Limit und dann schau, was es dafür gibt. Wenn man acht gibt, halte ich es auch für besser, gebraucht eine Klasse besser zu kaufen, als etwas einfaches neu. Und verkehrte Welt: bei Profikameras reduziert sich vieles, Automatiken werden zurückgedrängt. Nach wie vor gilt: Blende/Zeit und nach Erfahrung +/-. Konzentration auf das Wesentliche.

    Selbst bei starkem Einsatz: eine gute Kamera wird lange Zeit halten. Ich habe stets Geräte der Mittelklasse gehabt und die hielten jeweils 10 Jahre. Teilweise harte Reportageeinsätze. Wurde nicht geschont. Sehr wichtig sind gute, lichtstarke Objektive. Aber da gerät man schnell an finanzielle Grenzen.

    Ausrüstung: heute wird viel am Rechner bearbeitet, was früher durch Ausrüstung bestimmt wurde (z. B. Filter). Wichtig ist aber bei der Digitalfotografie ein guter Blitz, um Schwächen von Sensoren auszugleichen. Bei dem Thema: ich habe aus finanziellen Gründen ein Digitalformat gewählt, aber eine Vollformatkamera (wie früher KB) macht deutlich bessere Bilder. Hat Leistungsreserven in Grenzbereichen. Weniger Rauschen.

    Anderes Formatthema: ich persönlich möchte nach wie vor eine Spiegelreflex. Aus psychologischen Gründen. Das Objektiv ist dein erweitertes Auge. Du bist unmittelbar am Motiv dran. Du bist schnell und siehst scharf. Sonst ist viel dazwischen: ein Display, dass man weit vom Körper weghält, um etwas darauf zu erkennen, ein verpixeltes Display im Sucher bei den Bridges.

    OK, zum Schluss dann etwas konkretes (für die Kenner unter euch):
    - Erste vollständige Ausrüstung: Nikon FE und FE2 mit Motoransatz. Gute Objektive. Metz Stabblitz mit Systemadapter. Beispiel für Service: nach neun Jahren lief der Motor nicht mehr sauber (Geräusche…). Eingeschickt und von Nikon auf Kulanz instand gesetzt. Das schafft Markenbindung!
    - Zweite: F801 und F801s mit guten Objektiven (hiess hier z. B. 35-70/2,8 und 70-200/2,8). Lichtstärke ist wichtig, damit du ein, zwei Blenden abblenden kannst, um beste Abbildungsqualität zu haben. Sonst wirds schnell dunkel. Beim Tele dann verwackelt. Ist noch heute im Einsatz.
    - Dritte: zum Testen und weil gerade keine so grosse Fotoaktivitäten waren, Nikon D90 mit zwei Mittelklasse Zooms und Systemblitz. Bildqualität sehr gut. Dennoch: ich möchte so bald wie möglich eine Vollformatkamera.

    Canon oder Nikon: artet oft in Glaubenskämpfe aus. Ich bin, hmm, Nikonfan. Aber eher ein objektiver und nicht so arg. Ich stecke halt heute noch mein 25 Jahre altes Makroobjektiv an die neue Digitalkamera. Passt!

    Bei all der Technik: überlege auch, was du fotografieren willst. Wo. Das setzt auch Bedingungen bei der Auswahl. Und vieles ist wichtiger als Technik.

    So, und dann können wir uns gerne mal zum Bier zusammensetzen und drüber reden.

    cu

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